Verbesserung


Grundproblem Nr.1 - Politiker


Geben wir es doch zu... eines der Hauptprobleme ist doch dass wir in unserem System von einer Bande bestechlicher Politiker regiert werden, deren einziges bestreben ist an der Macht zu bleiben und möglichst viel Geld zu verdienen. Wir können auch niemanden besseres auswählen, wenn er sich nicht auf den gleichen Bereich spezialisiert hat wird er nicht lange an der Macht bleiben und sollte er das doch schaffen, wird er auf Dauer genauso korrumpiert wie die bereits vorhandenen.
Es bringt ja auch keinen Sinn zu leugnen dass jeder Mensch käuflich ist... die einzigen Fragen sind wohl wie hoch der Preis ist und wie man ihn am besten drücken kann.

Bisherige Alternativen zu diesem System zeigten aber alle noch größere Mängel. So entfernen sich z.B. die Regierenden immer mehr vom regierten Volk, je weniger sie sind und je suveräner sie ihre Macht ausüben können. Eine Diktatur kommt also auch nicht in Frage. Bei einer direkten Demokratie hingegen, bei der für jede noch so kleine Änderung erstmal das ganze Volk abstimmen muss, wird nie eine wirkliche Änderung durchgeführt.

Warum bauen wir uns also nicht eine direkte Demokratie bei der weniger Menschen gefragt werden? Wir bauen uns einen großen Zufallsgenerator, füttern ihn mit allen Personen die in Deutschland (oder halt dem betroffenen Bundesland/Ort/..) vorhanden sind und wenn es eine Entscheidung über ein neues Gesetz oder einen Brückenbau gibt werden ein paar Leute rausgesucht. Sie bekommen Zeit sich über alles zu informieren und dürfen dann abstimmen. Je nach Gewicht der Entscheidung können das von mir aus auch gerne mal unterschiedlich viele Personen sein. Beim BKA-Gesetz also dürften es ruhig ein paar Tausend bis alle sein, während es bei der Errichtung eines Denkmals in Hinterbucklinghausen auch gerne nur 10 Personen sein dürften.

Auf die Art wird niemand von seiner Macht korrumpiert.. er hat sie ja nur für eine Entscheidung lang. Bestechlichkeit verhindern wir auch, einfach indem wir geheim halten wer abstimmen darf. Natürlich sollte man auch Mindestanforderungen an die ausgewählten Personen stellen, aber das Problem gibts ja auch in unserem aktuellem Wahlrecht in ziemlich identischer Art.

Für die aufgewendete Zeit kann man auch gerne die Bürger entlohnen, niemand sollte einen ernsten Nachteil dadurch haben seine Rechte auszuüben. Mir schwebt da in etwa ein variabler Betrag zwischen dem durchschnittlichen Einkommen eines Bürgers und einem Maximalbetrag von meinentwegen dem 3-Fachen vor... angepasst je nachdem wieviel die betreffende Person normalerweise verdienen würde.

Grundproblem 2 - Arbeitslosigkeit/soziale Unterschiede


Für dieses Problem würde ich als Grundlage erstmal ein System analog zu dem z.B. von Götz Werner vertreten Grundeinkommen/Bürgergeld verwenden (wem das nichts sagt, sollte sich den Link unbedingt mal genau durchlesen).

Ich würde das System aber gerne noch um einige Bildungsaspekte erweitern. So sollten z.B. alle Bürger jederzeit kostenlos die Möglichkeit bekommen Prüfungen für diverse Abschlüsse abzulegen. Wer also gerade nicht arbeitet, kann jederzeit seine Freizeit doch produktiv verwenden... einfach indem man sich selbst weiterbildet (kann ja auch automatisch nebenher geschehen).
Um dies zusätzlich zu fördern sollte man automatisch das Bürgergeld um kleine Beträge aufbessern können wenn man mehr solche Abschlüsse gesammelt hat. Wer also den ganzen Tag nur Bierdosen auf der Stirn zerdrückt wird vlt. gerade ausreichend Geld zum Leben haben, während jemand der seine ganze Zeit mit Selbststudium verbringt und permanent seinen Horizont erweitert ruhig auch etwas Luxus beanspruchen kann.

Lehrkräfte oder Bildungseinrichtungen (außer Personen die die Prüfungen durchführen) müsste man dafür nichtmal zur Verfügung stellen. Wer es schafft sich die Dinge selbst anzueignen (Wofür gibt es Bibliotheken, Internet oder andere Privatpersonen?) kann sich so relativ formlos auf eine Prüfung vorbereiten, während allen anderen natürlich auch für ein gewisses Endgeld an Schulungen teilnehmen können.

Diese beiden Vorschläge sind natürlich bei weitem noch nicht ausgereift, ich finde jedoch dass sie mindestens als Gedankenspielchen wert sind in Betracht gezogen zu werden. Vlt. entwickelt sich daraus ja doch noch ein System dass man (bitte möglichst bald) an die Stelle des aktuellen setzen kann.
Wobei das größte Problem wohl eh darin besteht derartige Änderungen an unseren Klolitikern vorbei und trotz unseres Systems in Leichenstarre durchzusetzen. Wer will schon freiwillig seine Macht aufgeben?

Importierte/Alte Kommentare:

#1068: 16.Jan.2009 02:01 von Neal Rerd

Interessante Idee, mit dem Zufallsgenerator.
Die Frage ist, wie dieser kontrolliert werden kann. Das müssten Leute mit Fachwissen machen, die dann aber auch wieder eine große Macht über das Land hätten.
Und was wird aus dem Militär? Wenn nicht alle anderen Länder mitmachen (Weltrevolution?) wird man kaum auf Militär und Polizei verzichten können...

#1069: 16.Jan.2009 02:01 von Dr. Azrael Tod

lass mich das mal auseinander nehmen:
Zufall
Es gibt bereits jetzt zufallsgeneratoren die etwas ähnliches machen... siehe Lottogewinner, die werden permanent ausgelost und es besteht ein ähnliches Bedürfniss der Absicherung gegen Betrug.

Polizei/Armee
Warum sollten wir die Polizei ausrangieren, nur weil die Politische Struktur sich ändert? Die Löhne werden sich ändern, weiter wird aber dieser Bereich kaum mehr davon betroffen als z.B. ein Bäcker oder Müllmann.

#1070: 16.Jan.2009 03:01 von profmakx

Wo wir aber beim Müllmann sind. Will das noch irgendwer machen, wenn jeder ein Bürgergeld bekommt?

#1071: 16.Jan.2009 04:01 von Dr. Azrael Tod

Das ist das Problem an so einem System... die Gehälter würden sich anpassen. Ein Job als Programmierer oder Skilehrer würde dann sicher weniger bringen weil er eigentlich Spaß macht. Einem Müllmann hingegen müsste man mehr Geld zahlen um jemanden zu überzeugen das zu tun auch wenn für sein Auskommen eigentlich gesorgt wäre.

#1072: 16.Jan.2009 04:01 von profmakx

Eine weitere Frage die sich stellt ist ob die Preise sich irgendwie so entwickeln, dass man sich mit dem Bürgergehalt nicht wirklich ein Leben leisten kann. Da werden wahrscheinlich auch lustige effekte auftreten würde ich denken.

#1073: 16.Jan.2009 05:01 von Dr. Azrael Tod

imho würde sich die Änderung allein dadurch in Grenzen halten. Bürgergeld würde ja nur bedeuten dass jeder Geld bekommt und nicht länger nur jeder extrem bedürftige.

Wo ich erheblich mehr Probleme sehe sind die Lohnvorstellungen. Rein theoretisch wäre nur noch ein geringeres Gehalt nötig, doch gleichzeitig wird der Anreiz zu arbeiten niedriger. Wenn also jemand wirklich Arbeitskräfte will die auch etwas auf dem Kasten haben, muss er diesen mehr Anreiz in Form von Geld bieten.. Möglicherweise würde man also damit eine extreme (naja, noch extremer halt) Inflation lostreten.

#1074: 28.Jan.2009 03:01 von olaf

ich denke mal, die motivation etwas zu erschaffen/programmieren/bauen/basteln ist bei nicht wenigen menschen sehr hoch. das dürfte vom anreiz her kein problem sein. und selbst den müllmann wird irgendjemand übernehmen, denn seien wir ehrlich (uuuuuhhh, ja ist böse), nicht jeder wird sich auf einmal für eine bildungskarriere entscheiden. das problem wird am ende sein, dass sogar zu viele menschen ohne bildung existieren (die studien dazu sind ja auch irgendwie eindeutig: die unterschicht wächst, während der rest immer weniger wird).

die motivation zu arbeiten kann man auch ohne oder mit wenig geldanreiz lösen, aber dazu muss eben erst verstanden werden, dass man etwas für die gemeinschaft tut und daraus erst der effekt entsteht, dass es einem selbst an nichts fehlt. der versuch, die menschen davon zu überzeugen, dass geld auf der bank nicht die erfüllung ist, dürfte allerdings kläglich scheitern bzw. in unendlichem maße kompromittiert werden.

das ganze müsste man mit der freiwirtschaft verknüpfen. mit nachhaltigkeit sowieso. solange es den zinseszins-effekt gibt und geld "arbeiten" kann, wird es schwer, die "oberste kaste" von solch einem system zu überzeugen.

#1075: 29.Jan.2009 12:01 von Dr. Azrael Tod

Hmm.. ich weiß nicht. Ich denke mal dass es weniger von der Tätigkeit selbst abhängt wie gut man Personen bekommt die sie ausführen als vielmehr vom gesellschaftlichen Ruf.
Ich denke mir z.B. dass Müllmann nicht unbedingt ein schlechterer Job als Möbelpacker sein wird, aber mal ehrlich: wenn du die Wahl hast, was machst du dann?

Von daher vermute ich mal schon dass es schwierig wird Leute für bestimmte Jobs zu finden, wenn keiner wirklich arbeiten muss und man sich auch in Ruhe nach einem angesehenerem Job umsehen könnte, der vlt. auch noch gut bezahlt wird... "Man überlebt ja auch ohne und hat zeit was besseres zu finden."

#1076: 29.Jan.2009 02:01 von Olaf

Dann wirst du eben auch dort deinen zufallsgenerator bemühen müssen. schaden kann es jedenfalls nicht, wenn man mehrere dinge kann.

Geschrieben von: DAT
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