Buchen bei Billigfliegern, heute Germanwings

Ende August buchte ich einen Flug für zwei Personen von Köln-Bonn nach Edinburgh bei Germanwings über deren Webseite. Natürlicherweise wundert man sich über die Gebührenkreativität dieser Anbieter, und ich bin recht froh darüber, dass der Gesetzgeber diesem Treiben endlich einen Riegel vorschiebt.

Nun aber zu meinem Problem. Wir schreiben den letzten Freitag im August. Ich wollte also zwei Personen von CGN nach EDI fliegen lassen. Am 22. September 2008. Das klappte alles auch ganz gut, nur, dass der Buchungsvorgang dann abbrach und weder eine Bestätigungsmail bei mir ankam, noch der Flug in meiner Übersicht bei Germanwings auftauchte. Ich dachte natürlich erstmal, dass die eine weile brauchen und lies der dinge gut sein.

Nachdem am Montag abend auch kein Geld von meinem Konto abgebucht wurde habe ich kurzerhand den Flug noch einmal gebucht. Dies ging auch problemlos, der Flug wurde ohne Probleme bestätigt und mir eine Bestätigungsmail zugeschickt.
Am Dienstag morgen war dann auf einmal Geld abgebucht. Nur unter einer ganz anderen Buchungsnummer. Also hab ich dann doch mal bei der sündhaft teuren Hotline angerufen. (1 Euro pro minute, ich weiss, man gettet was man paid for). Die Dame sagte mir, dass ich natürlich 2 Flüge auf dieselben zwei Namen zur selben Uhrzeit am selben Tag gebucht habe und diese natürlich nun auch bezahlen müsse (und: Wenn ich schon 1 Euro pro Minute bezahle hätte ich gerne jemanden, der des Deutschen wenigstens einigermassen mächtig ist). Sie bot mir eine kostenlose Umbuchung an, aber keine Rückerstattung. Sie könne das nicht als doppelbuchung anerkennen, weil der Zeitraum zwischen Buchung 1 und Buchung 2 zu gross sei.
Einfach den Bankeinzug zurückgehen zu lassen wollte ich zunächst nicht machen, da auf diese Weise alles nur stressiger und teurer wird, ausserdem will ich ja am 22. September nach Schottland fliegen.

Ich habe das Angebot der Umbuchung nicht angenommen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich schon damit abgefunden die 160 Euro für den Flug zwei mal zu bezahlen und einfach nie wieder mit Germanwings zu fliegen. Aber da ich sehr gute Erfahrungen mit dem schreiben von Briefen habe (also die Dinger auf weissem Papier mit Briefmarke) habe ich noch schnell meinen vim gestartet und ein kleines Schreiben verfasst. Freundlich aber bestimmt wies ich darauf hin, dass ich diesen Flug unmöglich so antreten könne und dass ich auch einsehe selber einen kleinen Fehler gemacht zu haben. Ich bot an, dass sie einen gewissen Betrag x als Bearbeitungsgebühr für sich behalten sollen und den Rest zurückerstatten um beiden Parteien weitere Scherereien zu ersparen. Mit keinem Wort bin ich ausfallend geworden oder habe irgendeinen Boykott angedroht, das habe ich mir für einen eventuellen weiteren Brief aufbewahrt. Man muss ja erstmal die Lage sondieren.

Zwei Tage später erreichte mich eine Email von Germanwings, die mir zusicherte den ersten Flug komplett zu stornieren und zurück zu erstatten. Aus Kulanz natürlich. Das Geld ist auch auf meinem Konto angekommen. Alles paletti also. Wenn nun der Flug am Montag klappt ist also alles super gelaufen, modulo dem Stress wegen der Buchung.

Über die Ursachen einer solchen Einsicht kann ich (vor allem als juristischer Laie) nur Mutmaßen. Jedenfalls zeigt dieser Fall auch, dass man mit einem entsprechend besonnenem Auftreten etwas erreichen kann. Die meisten im Internet geschilderten Fälle sehen ja nicht so günstig für Germanwings aus, aber in meinem Fall ist es wirklich gut gelaufen, wie ich finde.

Geschrieben von: DAT
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