Hilfe mit OpenSource-Produkten

Einerseits ist natürlich klar dass viele Personen dort freiwillig an einem Projekt mitarbeiten und sich niemand verpflichtet hat irgendeine Leistung zu erbringen. Auf der anderen Seite gibt es aber auch viele Firmen die einfach ihre Projekte als OpenSource deklarieren und bei allem was Support oder Nutzeranfragen (z.B. implementiert mal bitte XYZ) betrifft die Verantwortung von sich schieben.
Es ist ja beinahe Gemeingut und jeder andere könnte auch helfen...

So funktionier das aber leider nicht! Wenn man will dass ein Produkt verwendet wird, reicht es nicht eine besonders lange Liste an Features zu haben, man muss das Produkt auch wirklich verwenden können.
Alles andere führt zwar evtl. dazu dass sich mal jemand das Projekt grundsätzlich ansieht, wenn man aber auf eine solche Haltung stößt wird das den Spaß an der Arbeit damit nicht gerade erhöhen.

Natürlich sind normale Projekte nicht immer besser... eher das Gegenteil ist der Fall. Aber gerade OpenSource hat noch immer mit dem Vorurteil zu kämpfen dass sich niemand für das Projekt verantwortlich fühlen würde. Dies ist z.B. einer der Hauptgründe warum viele große Firmen noch immer Windows statt Linux einsetzen.
Die Anschaffungskosten sind bei Großprojekten erstmal zu überschauen, daher ist dieses Argument meist nicht so wichtig, aber wer kann schon sagen welche Personalzeit (und damit Geld) es kosten wird wenn ein Problem auftritt?
Microsoft ist ein direkter Ansprechpartner, wenn man genug Geld an diese Firma gezahlt hat werden die sicher bereit sein zu helfen damit man weiter bezahlt und an das Produkt gebunden bleibt.
(Rein auf Betriebssysteme bezogen ist dieser Vorteil von Windows gegenüber Linux natürlich rein ideeller Natur, es gibt durchaus auch Linux-Distributoren die sich um ihre Kunden kümmern.)

Wenn also das Vorurteil vorherrscht dass sich bei OpenSource niemand verantwortlich fühlt... dann MUSS ich als Anbieter darauf reagieren und besseren Support bieten als vergleichbare Closed-Source-Projekte.
Nach 2 Tagen Wartezeit auf eine einfache Antwort und einer verständlichen Reaktion seitens des Fragestellers (ca. "Der Support ist hier ganzschön fix...") dann noch mit einer schnippischen Antwort zu kommen, dass er als Neuling doch erstmal lernen sollte wie er mit einer solchen Community umzugehen hat, ist da sicher nicht hilfreich.

Wenn mir natürlich egal ist ob das Projekt jemals von jemandem anders verwendet wird ist dies alles egal. Ich glaube allerdings nicht dass Firmen oft Geld in derartige Sachen stecken.

Importierte/Alte Kommentare:

#761: 16.Oct.2008 11:10 von Markus

ich finde es auch traurig, was manchmal in foren so abgeht... einerseits tuen alle so als hätten sie ahnung und könnten helfen und auf der anderen seite kommen dann nur unbrauchbare kommentare anstatt sinnvoller hilfen.

ich behebe seit jahren meine probleme damit, dass ich bei google so lange suche bis ich eine lösung für mein problem gefunden habe oder ich bastle so lange bis es funktioniert. ich möchte mich nicht herablassen und als "noob" beschimpfen lassen, nur weil ich vielleicht eine (in den augen anderer) "dumme" frage stelle, das habe ich nicht nötig ;-)

#762: 16.Oct.2008 11:10 von Dr. Azrael Tod

Naja, ich sehe Foren auch seit einigen Jahren schon nichtmehr als Ideallösung an. Das liegt nicht unbedingt nur an der Mentalität die sich dort meist findet. Sondern auch daran dass Foren leider oft auch die erste Anlaufstelle für Personen sind, die ich selbst als "Noobs" einschätzen würde.

Wenn man wirklich eine komplexere Frage hat, die sich mit Google nicht lösen lässt würde ich zuerst im IRC nachsehen, ob es einen Projektspezifischen Channel gibt.

Foren sind dann eher die ultima ratio, da es dort bis zu einer brauchbaren Antwort auf kompliziertere Fragen eh meist länger dauert als IRGENDJEMANDEM hilfreich ist.
Dies könnte auch daran liegen dass die Projektbetreiber meist selbst in ihren Foren nur SEHR sporadisch auftauchen.

Geschrieben von: DAT
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