Veganer

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Also erstmal grundlegendes: Klar ist nicht jeder Veganer ein Paragrafenreiter der sich strikt an wirre Vorschriften halten muss. Leute die einen relativ praktischen Ansatz verfolgen und für die der Oberbegriff einfach nur ein guter Anhaltspunkt ist, werden sicher sogar die Mehrheit bilden. Mir geht es darum dass ich die Kategorie von ihrer Grundidee für albern definiert halte.

Problem

Ich versteh’ Veganer nicht.

Und damit meine ich jetzt nicht jenes typische:

Die müssen doch bescheuert sein - es ist doch erwiesen dass das ungesund ist und man sich viel leichter gesund ernähren kann wenn man Eier und Milch zu sich nimmt.

Nein, ich mein deren grundsätzliche Einteilung. Die Einteilung darüber was man jetzt laut denen essen darf und was nicht.

  • Pflanzen sind ja offensichtlich ok - auch wenn die durchaus auch mal Sinneswahrnehmungen haben können und/oder nicht standortgebunden sein müssen.
  • Tiere natürlich nicht - klar! Egal ob jetzt “hohe” Wirbeltiere, Insekten, Tintenfische oder Krill.
  • Mischungen wie Plankton? - Was hast du an “keine Tiere” nicht verstanden?
  • Wie? Pilze? Nein, Pilze sind ok - Warum? Keine Ahnung - ist eigentlich auch dem Tier näher als der Pflanze.
  • Honig? Nein, geht auch gar nicht - müssen zwar keine Tiere dafür sterben und “artgerecht gehalten” oder nicht wird bei so einem Bienenstock auch langsam schwierig zu definieren - aber ist ja eindeutig tierisch was die da sammeln.
  • Hefe? Ist doch eindeutig Pilz und damit in Ordnung! Wie kann man das nicht wissen?
  • Flechten? Mach’ mich nicht kirre! Wer isst denn schon Flechten?

Wie? Milben auf dem Salat? Ach - die interessieren doch keinen.

Ich sehe viel zu viele Wiedersprüche

Mal sind scheinbar absurde Details unglaublich wichtig, z.B. wenn auf keinen Fall der Wein oder das Bier mit Gelatine geklärt werden darf, mal sind Details völlig irrelevant - weil es ja total unpraktisch wäre keine Hefen zu haben oder weil das Bärtierchen wahrscheinlich jegliche Behandlung mit der du es vom Salat bekommen willst, länger aushält als dein Salat selbst.

Benzin kann man auch nutzen - ist ja “größtenteils Pflanzlich” was da im Erdöl drin ist - der Plastik/Baumwolle-Turnschuh darf aber keinesfalls mit Kleber aus Schweinebestandteilen zusammengehalten werden.

Die Zuchini die zusammen mit einem Steak auf dem selben Grill gebraten wurde geht auch gar nicht mehr - könnten ja Fette rübergetropft sein!

Pilze sind “sowas wie Pflanzen”, weil das gerade praktisch ist und keiner stellt die Frage ob ein Nesseltierchen dann nicht auch eher “Pflanze ehrenhalber” sein sollte.

Und wehe es weißt jemand darauf hin dass Pflanzen ja auch Wahrnehmung und aktive Bewegungen können - das geht ja völlig am Thema vorbei, ist unpraktisch und man soll sich doch lieber über Frutarier und andere Spinner beschweren!

Aber es geht ja nicht besser

Warum nicht?

Ich hätt’ ja so eine Lösung wie “Iss keine Wirbeltiere” irgendwie viel sinnvoller gefunden. Noch dazu weil ich jetzt auch nicht wirklich Nachteile kennen würde warum irgendwer keine Insekten essen sollte. Also zumindest keine die auf bessere Argumente zurückgehen wie man sie z.B. mühelos gegen massiven Soja oder Reisanbau hinwerfen kann. Klar könnte dann irgendwer kommen und mir vorwerfen dass der nächste Octopuss wohl auch nicht sonderlich doof ist - aber das wäre wenigstens in sich einigermaßen schlüssig.

Mein Punkt ist: entweder man nimmt es ernst, oder halt nicht. Eine Entscheidung wäre vlt. mal nett.

Und nochmal für die Leute die sich geschaltert fühlen: Wenn du es ok findest dass vlt. mal “tierische Atome” in deinem Essen landen, aber so wenige dass es nicht unter den Zutaten aufgelistet werden muss - dann bist du nicht Teil jener Gruppe die mich aufregt.

Geschrieben von DrAzraelTod
 
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